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Anker Space Station Dock: max. 80W

Anker bewirbt das Space Station Dock mit 100 Watt Power Delivery. Laut notebookcheck kommen am Laptop wegen 20 Watt Eigenverbrauch nur bis zu 80 Watt an.

5 min Lesezeit Stand 5. September 2026

Anker bringt laut einem Bericht von notebookcheck am 10.09.2026 ein neues Dock namens Space Station auf den Markt, Verkaufspreis unter 90 US-Dollar . Auf dem Papier klingt die zentrale Angabe stark: 100 Watt USB-C Power Delivery. Wer sich davon erhofft, dass sein Notebook mit 96- oder 140-Watt-Original-Netzteil künftig über dieses Dock voll geladen wird, sollte vorher genauer hinschauen: Ein Teil dieser 100 Watt kommt demselben Bericht zufolge gar nicht erst am Laptop an, sondern bleibt im Dock.

Anker Space Station Dock: 100 Watt auf dem Papier

Die Portauswahl im Überblick

Das Space Station Dock bringt laut notebookcheck insgesamt 10 Ports mit: HDMI 2.1, DisplayPort 1.4, zwei Kartenleser (UHS-II SD und microSD), einen USB-C-Port mit 100 Watt Power Delivery, einen zweiten USB-C-Port mit 10 Gbps, drei USB-A-Ports sowie einen Gigabit-Ethernet-Anschluss . Für ein Dock in dieser Preisklasse ist das eine großzügige Ausstattung, gerade der doppelte Kartenleser und Ethernet sind auf Docks unter 90 US-Dollar nicht selbstverständlich.

Status-Display und Steuerung per App

Zur Ausstattung gehört außerdem ein eingebautes Status-Display, das laufende Auflösung, Bildwiederholrate, Port-Aktivität und Ladegeschwindigkeit anzeigt und sich über eine Anker-App oder ein Web-Portal konfigurieren lässt .

Was die 100-Watt-Angabe tatsächlich beschreibt

Die 100-Watt-Angabe beschreibt dabei die Leistung, die das Dock insgesamt zieht, nicht das, was am Ende am Laptop ankommt. Für sich genommen ist die Zahl nicht falsch, sie beantwortet nur eine andere Frage, als der Käufer stellt.

Warum am Laptop nur bis zu 80 Watt ankommen

Die 20 Watt Eigenverbrauch im Detail

Genau hier liegt der Haken: Das Dock reserviert laut notebookcheck 20 der insgesamt 100 Watt für den eigenen Betrieb . Für den Laptop bleiben dadurch maximal 80 Watt übrig. Welche Bauteile diese 20 Watt im Detail ziehen, nennt der Bericht nicht; naheliegende Kandidaten sind das Status-Display, die beiden Kartenleser, der Ethernet-Controller und die aktiven USB-Ports .

Kein Problem für die meisten Ultrabooks

Für viele Ultrabooks mit 45 bis 65 Watt Original-Netzteil ist das kein Problem: Sie laden trotzdem mit voller Geschwindigkeit. Anders sieht es bei Notebooks aus, deren Hersteller-Netzteil deutlich über 80 Watt liegt.

Kritisch bei leistungsstarken Notebooks wie dem MacBook Pro

Ein 16-Zoll-MacBook Pro wird von Apple mit einem 140-Watt-Netzteil ausgeliefert, größere 14-Zoll-Konfigurationen mit 96 Watt . Was das fürs Laden am Dock bedeutet, ist eine Ableitung aus den Zahlen, kein Zitat aus dem Bericht : Solche Geräte dürften am Space Station Dock spürbar langsamer laden als am Original-Netzteil, insbesondere unter Last, wenn Prozessor und Grafikeinheit gleichzeitig Strom ziehen. Wer schon einmal ein zu schwaches Netzteil an einem Hub erlebt hat, kennt den Effekt aus dem Beitrag zu langsamerem Laden an USB-C-Hubs: Das Problem ist grundsätzlich dasselbe, nur diesmal beim Dock statt beim einfachen Hub.

Kein Daisy-Chaining trotz zwei Displays: der USB-C-Kompromiss

Zwei Displays gleichzeitig, mehr aber nicht

Bei den Displays liefert das Dock zwei Modi: Ein einzelner externer Monitor läuft mit 4K bei 144 Hz oder 2K bei 240 Hz, zwei Monitore gleichzeitig mit 4K bei 60 Hz plus 2K bei 240 Hz . Für Gaming-Setups mit einem schnellen Zweitmonitor oder Content-Arbeit mit hohem Detailgrad ist das ordentlich.

USB-C statt Thunderbolt: der Grund für den Kompromiss

Was fehlt: Daisy-Chaining für mehr als zwei Monitore. Der Grund dafür ist dieselbe Design-Entscheidung wie bei der Ladeleistung: Das Dock setzt auf USB-C statt Thunderbolt, um den Preis unter 90 US-Dollar zu halten . Thunderbolt-Docks können mehrere Monitore in Reihe durchschleifen, weil das Protokoll dafür ausgelegt ist. USB-C-Docks wie das Space Station Dock brauchen für jedes zusätzliche Display einen eigenen Videoausgang, mehr als zwei sind bei diesem Modell schlicht nicht vorgesehen.

Wie sich USB-C- und Thunderbolt-Docks bei Bandbreite, Ladeleistung und Daisy-Chaining grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Vergleich USB-C vs. Thunderbolt 4 Dock ausführlicher, als es für dieses Einzelmodell sinnvoll wäre.

Für wen sich das Dock trotzdem lohnt

Wer ein Notebook mit einem Netzteil bis etwa 65 Watt nutzt und maximal zwei Displays anschließen will, bekommt mit dem Space Station Dock für unter 90 US-Dollar eine ungewöhnlich umfangreiche Portauswahl. Für Setups mit einem leistungshungrigen 16-Zoll-Notebook oder dem Wunsch nach mehr als zwei Monitoren in Reihe ist das Dock dagegen die falsche Wahl. Wer Daisy-Chaining oder die volle Original-Ladeleistung braucht, kommt an einem echten Thunderbolt-Dock wie dem Anker Prime Thunderbolt 4 Dock Werbung nicht vorbei, das genau diese beiden Einschränkungen nicht hat.

Bis zum Verkaufsstart am 10.09.2026 lohnt sich außerdem etwas Geduld: Sobald ein offizielles Anker-Statement oder unabhängige Tests vorliegen, dürfte sich zeigen, ob die hier zitierten Werte im Serienprodukt exakt so bestehen bleiben.

Häufige Fragen

Bekommt mein Laptop mit dem Space Station Dock wirklich 100 Watt?
Nein. Das Dock reserviert laut notebookcheck 20 der insgesamt 100 Watt für den eigenen Betrieb. Am Laptop kommen dadurch maximal 80 Watt an.
Kann ich mit dem Space Station Dock mehr als zwei Monitore in Reihe schalten?
Nein. Das Dock nutzt USB-C statt Thunderbolt und unterstützt deshalb kein Daisy-Chaining über zwei Displays hinaus.

Quellen

  1. notebookcheck.net/Anker-Space-Station-dock-chases-240-Hz-refresh-rates-o…
  2. support.apple.com/en-us/121554