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SHARGE Disk Pro 2 Ultra: SSD gedrosselt

Das SHARGE Disk Pro 2 Ultra vereint SSD-Slot, Hub, HDMI 2.1 und Kartenleser, doch USB 3.2 Gen 2 bremst eine PCIe-4.0-SSD auf ein Fünftel bis Siebtel des Tempos.

4 min Lesezeit Stand 13. September 2026

Wer sich das SHARGE Disk Pro 2 Ultra wegen der eingebauten SSD kauft, sollte vorher wissen: Egal wie schnell die eingesetzte NVMe-SSD selbst ist, am USB-Kabel kommen davon höchstens rund 1.050 MB/s an. Das ist keine Fehlfunktion, sondern der Host-Anschluss des Geräts, und er entscheidet hier deutlich stärker über die gefühlte Geschwindigkeit als die SSD im Slot.

Was das SHARGE Disk Pro 2 Ultra ist

Laut igorslab bündelt das Disk Pro 2 Ultra in einem 92,6 x 59,2 x 13,5 Millimeter kleinen Gehäuse einen Wechselslot für M.2-SSDs in den Formfaktoren 2230, 2242 und 2280 (bis 8 TB), einen HDMI-2.1-Ausgang, einen Kartenleser und zusätzliche USB-Ports . Der HDMI-2.1-Ausgang liefert dabei bis zu 4K bei 144 Hz oder 8K bei 30 Hz . Wie sich Display-Ausgabe und SSD-Transfer im Parallelbetrieb gegenseitig beeinflussen, ist in den bisherigen Veröffentlichungen nicht beziffert; SHARGE nennt dazu lediglich vier dedizierte Controller im Gehäuse . Dazu kommen laut Tom’s Hardware aktive Kühlung und 80 Watt Power-Delivery-Passthrough, sodass ein angeschlossener Laptop nebenbei mitgeladen wird . Die Ultra-Variante kostet 89,90 US-Dollar, Marktstart ist der 15.10.2026 .

Warum 10 Gbit/s eine PCIe-4.0-SSD ausbremst

Der USB-3.2-Gen-2-Flaschenhals im Gehäuse

Der M.2-Slot selbst ist in keiner der verfügbaren Quellen mit einer eigenen PCIe-Version beziffert. Die dokumentierte Grenze liegt an anderer Stelle: der Verbindung zwischen Gehäuse und Rechner. Die läuft laut Hersteller-Datenblatt über USB 3.2 Gen 2, nicht über Thunderbolt oder USB4, mit “up to 10Gbps” beziehungsweise konkret 1.050 MB/s . Diese Zahl gilt unabhängig davon, wie schnell die eingebaute SSD intern rechnen könnte, denn der USB-3.2-Gen-2-Brückenchip im Gehäuse setzt die Obergrenze für alles, was den Host erreicht.

Wie stark einzelne SSD-Klassen betroffen sind

Wie stark das durchschlägt, hängt von der Klasse der eingesetzten SSD ab, und betroffen sind nicht erst PCIe-4.0-Modelle:

  • SATA-SSD: liegt schon wegen ihrer eigenen Schnittstelle weit unterhalb von 1.050 MB/s, am Gehäuse geht also praktisch nichts verloren.
  • PCIe-3.0-NVMe, Beispiel Samsung 970 EVO Plus: bis zu 3.500 MB/s sequenzielles Lesen laut Datenblatt , am Disk Pro 2 Ultra bleibt davon rund ein Drittel übrig.
  • PCIe-4.0-NVMe, Beispiel Samsung 990 PRO: 7.450 MB/s sequenzielles Lesen laut Datenblatt , am Gehäuse kommen die genannten rund 1.050 MB/s an, je nach Modell also grob ein Fünftel bis ein Siebtel der SSD-eigenen Leseleistung .

Wer eine solche SSD extra für dieses Gehäuse kauft, zahlt für Tempo, das am Ende gar nicht ankommt.

Für wen sich das Dock trotzdem lohnt, und für wen nicht

10 Gbit/s über USB 3.2 Gen 2 ist für ein Consumer-Dock dieser Preisklasse eine normale Spezifikation, kein Mangel, der SHARGE spezifisch anzulasten wäre. Das Disk Pro 2 Ultra verkauft sich in erster Linie über den Formfaktor: SSD-Wechselslot, HDMI 2.1, Kartenleser und Hub in einem kompakten, magnetischen Gehäuse für unter 90 US-Dollar. Wer eine mobile Ablage für Projektdaten, RAW-Fotos oder Backups sucht und dabei einen zusätzlichen Monitor und den Kartenleser gleich mit anschließen will, bekommt dafür ein ungewöhnlich kompaktes Gesamtpaket.

Wer dagegen gezielt eine SSD kauft, um deren volle PCIe-4.0-Geschwindigkeit auszureizen, etwa für große Videoschnitt-Projekte direkt von der externen SSD, verschenkt an diesem Gehäuse den größten Teil davon. Für diesen Anwendungsfall zählt nicht der Formfaktor, sondern ausschließlich der Host-Port.

Wenn die SSD-Geschwindigkeit zählt: Thunderbolt oder USB4 statt USB 3.2 Gen 2

Der Unterschied liegt am Anschlussprotokoll, nicht an der SSD. Externe SSD-Gehäuse mit Thunderbolt 4 binden dieselbe SSD mit 40 Gbit/s statt 10 Gbit/s an; USB4 ermöglicht ebenfalls bis zu 40 Gbit/s, je nach Gerät aber auch weniger . Das reicht, um PCIe-4.0-Geschwindigkeiten deutlich näher auszunutzen als über USB 3.2 Gen 2, wobei auch hier nicht jedes als USB4 beworbene Dock die volle Bandbreite liefert, wie der Beitrag zum USB4-80-Gbit/s-Label zeigt. Wie stark ein Host-Anschluss die real ankommende Leistung eines Features begrenzt, obwohl das Bauteil dahinter mehr könnte, zeigt sich nicht nur bei SSDs: Der USB-C-Hub-Test zu HDMI 2.1 beschreibt dasselbe Muster bei Video-Bandbreite, nur eben nicht für Datentransfer, sondern für Bildsignale. In beiden Fällen gilt: Vor dem Kauf lohnt sich der Blick auf die Host-Spezifikation, nicht nur auf die Zahl auf der SSD-Verpackung.

Häufige Fragen

Ist das SHARGE Disk Pro 2 Ultra ein Thunderbolt- oder USB4-Gerät?
Nein. Die Host-Verbindung ist USB 3.2 Gen 2 mit maximal 10 Gbit/s (real rund 1.050 MB/s), keine der beiden schnelleren Standards.
Bremst das Gehäuse auch langsamere SSDs aus?
Nur teilweise. Eine SATA-SSD liegt schon wegen ihrer eigenen Schnittstelle weit unter 1.050 MB/s und läuft am Disk Pro 2 Ultra praktisch mit voller Geschwindigkeit. Eine PCIe-3.0-NVMe-SSD mit rund 3.500 MB/s wird dagegen ebenfalls gedrosselt, nur weniger drastisch als eine PCIe-4.0-SSD.

Quellen

  1. igorslab.de/sharge-disk-pro-2-ultra-sd-dockingstation-und-kartenleser-in…
  2. sharge.com/products/disk-pro-2
  3. tomshardware.com/pc-components/external-ssds/hands-on-sharges-disk-pro-2…
  4. download.semiconductor.samsung.com/resources/data-sheet/Samsung_NVMe_SSD…
  5. download.semiconductor.samsung.com/resources/data-sheet/Samsung_NVMe_SSD…
  6. heise.de/ratgeber/USB4-und-Thunderbolt-4-Noch-schneller-noch-flexibler-n…